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TÜRKEI | Südost-Anatolien – Abenteuer Archäologie • Ruefa

TÜRKEI | Südost-Anatolien – Abenteuer Archäologie

Dauer 7 Nächte
ab € 2630
6

Unsere Kultur- und Studienreise führt dorthin, wo zwei Weltregionen ineinandergreifen, dorthin, wo Kleinasien und Mesopotamien sich überschneiden und seit jeher verklammert sind. In dieser Kontaktzone war durch den ständigen Austausch der Kulturen zwischen Ost und West, Nord und Süd der Boden für eine besondere kulturelle Blüte bereitet. Neufunde haben erst vor wenigen Jahren vorgeschichtliche Zivilisationen und ihre Bauten ans Licht gebracht, von deren Existenz vorher niemand ahnen konnte. Das hellenistisch-römische Erbe der Verwaltungs- und Handelsstädte, welche als Schaltzentralen zwischen dem mediterranen Kulturraum und dem Nahen Osten vermittelten, ist im archäologischen Befund sehr bedeutend und bewundernswert. Die Spätantike, das Mittelalter und später das Osmanische Reich, haben weiter verwaltet, gebaut und das Land über- und neu geprägt. Edessa, das heutige Şanlıurfa, ist zum Beispiel ein Herrschafts- und religiöses Zentrum, welches unter christlichen wie später muslimischen Herrschern dauerhaft blühte und überregionale Bedeutung hatte. Heute zählt der Südosten der Türkei zu den archäologisch-historisch aber auch kulinarisch besonders interessanten Gegenden unseres Planeten.

 

Leistungen

  • Linienflüge Wien – Gaziantep und Sanliurfa – Wien (jeweils mit Umstieg in Istanbul) in der Economy-Klasse (Turkish Airlines)
  • Transfers/Rundreise im bequemen Reisebus
  • 7 Übernachtungen in 4* und 5* Hotels (Gaziantep - Safir Hotel 4*, Adiyaman - White Star Hotel 4*, Diyarbakir - Mitannia Regency 4*, Mardin - Park Dedeman 4*, Sanliurfa - Dedeman Hotel 5* - Änderungen vorbehalten)
  • Verpflegung lt. Programm: 7x Frühstück, 7x Abendessen
  • Besichtigungen und Eintritte laut Programm
  • Audiosystem Quietvox
  • Elektronischer Unterlagenversand
  • Qualifizierte Studienreiseleitung: Dr. Gerfried Mandl (Änderungen vorbehalten!)
 

Reiseverlauf

Flug am Vormittag (Abflug ca. 8h) über Istanbul nach Gaziantep, wo wir am späten Nachmittag ankommen. Wir unternehmen eine erste Stadtrundfahrt durch die lebendige Millionenstadt, welche das Erbe des in der nahen hellenistisch-römischen Zentrums von Doliche angetreten hat. Von dort wurde einst der Kult des Jupiter Dolichenus in die gesamte römische Welt getragen. Heute ist das alte Antep vor allem auch durch seine Kebap-Küche und die Verwendung von Pistazien bekannt.
In Gaziantep sind die Funde der antiken Stadt Zeugma musealisiert. Das Mosaiken-Ensemble zählt zu den bedeutendsten weltweit. Die Meisterwerke der antiken Steinlegekunst aus Zeugma haben Kunstgeschichte geschrieben. Das Museum illustriert darüber hinaus die Geschichte dieser Weltregion von der Prähistorie bis weit in die historischen Epochen hinein. Am späten Vormittag setzen wird die Besichtigung von Gaziantep fort, sehen die Festung, ein Zeugnis der Kreuzfahrer-Epoche, und tauchen in die faszinierende Besistan- und Basarlandschaft der Stadt ein. Am Nachmittag verlassen wir Gaziantep und besuchen die Ausgrabung von Zeugma. Den Tag beschließt eine Fahrt auf dem Stausee bei Halfeti, dem alten Rumkale, welches seit einem Dammbau im Rahmen des Südostanatolien-Projekts halbüberflutet eine romantische Ausflugskulisse bietet. Übernachtung in Adiyaman.
Früher Aufbruch heute, um den Sonnenauftrag auf dem Nemrut Dağ zu erleben. Die dortige ‚Heilige Landschaft‘ auf dem Götterberg ist atemberaubend, man fühlt sich zwischen die Gottheiten auf den Olymp versetzt, auch wenn die Anlage durch den Willen eines Mannes geschaffen wurde. Antiochos I. von Kommagene, der sich in hellenistischer Tradition als Monarch den Göttern nahe sah, befahlt hier die Errichtung eines Heiligtums und Dynasten Grabs, welches das Zentrum einer zwischen Ost- und West vermittelnden, neuen Religion werden sollte. Dem Projekt war wenig Zukunft beschieden, aber der monumentale Gestaltungswille ist nach wie vor spürbar, und der Hauch vergangener Größe umweht die Gipfelregion mit ihrem höchst pittoresken Ensemble bis heute. Im Laufe des Vormittags erreichen wir die alte Residenzstadt des Königreichs Kommagene, Arsameia am Nymphaios, wo Antiochos eine ähnliche Heiligtum-Grab-Anlage für seinen Vater schuf. Sein Sohn Mithridates II. ließ, diese Tradition aufgreifend, den Karakuş-Tumulus anlegen, den Grabhügel des Schwarzen Vogels für die weiblichen Angehörigen des Könighauses. Ein monumentaler Adler sitzt hier auf einer Säule. In der Nähe befindet sich auch eine sehenswerte von der Legio XVI Falvia Firma im Zuge der Partherkriege errichtete römische Brücke. Am Nachmittag erreichen wir Diyarbakir, das alte Amida. Die Befestigungen der Stadt gehen auf die spätrömische Epoche zurück und zählen zu den besterhaltenen und größten ihrer Art. Die große Moschee wurde in der Spätantike als Hauptkirche errichtet, später aber umgestaltet und ist einer der wichtigsten Moschee-Bauten im Südosten der Türkei. Den Tag beschließt ein Besuch im Hassan Pasha-Han, eines Marktgebäudes aus dem 16. Jh.
Der Tag heute führt zuerst auf den Burghügel von Zerzevan, welcher das Tal des Göksu, eines Nebenflusses des Tigris, überblickt. Hier legten den Römer im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Sassaniden-Reich eine Festung an, in welcher auch ein dem Lichtgott Mithras geweihtes Heiligtum entstand. Dara wurde als Anastasionoupolis im frühen 6. Jh. n. Chr. gegründet, als Festungsstadt und Widerpart zum nahegelegenen Nisibis der Sassaniden. Die Stadt verlor nach wenigen Jahrzehnten wieder an Bedeutung und bietet als Ruinenstadt quasi eine Momentaufnahme einer byzantinischen Garnisonsstadt. Das Kloster Zafaran, Dayro d-Mor Hananyo auf aramäisch, ist einer der Hauptorte der syrischen Orthodoxie, Sitz auch des syrisch-orthodoxen Bischofs von Mardin. Das Kloster, welches einen älteren Kultplatz überbaut, weist noch Bauelemente aus der Gründungsphase im 5. Jh. n. Chr. auf. Am Nachmittag erreichen wir Mardin, eine Stadt, in welcher bis heute viele Ethnien zusammenleben, und besuchen die Große Moschee (12. Jh.), die Kasımiye-Medrese (15. Jh.) und den historistischen Bau der Hauptpost aus dem 19. Jh. Übernachtung in Mardin.
Heute führen uns Ausflüge von Mardin aus zuerst an den Tigris bei Hassankeyf und anschließend nach Midyat. Die türkischen Staudammpläne haben die Landschafte rund um Hassankeyf für immer verwandelt, die Stadt überflutet. Teile davon sind aber nach wie vor besuchbar und die Überreste zusammen mit den Pfeilern der mittelalterlichen Großbrücke liegen malerisch in die Flusslandschaft eingebettet. Dieser Abschnitt des Tigris ist auch seit dem präkeramischen Neolithikum besiedelt und gehört somit zu den ältesten Siedlungsplätzen der Region. Am Nachmittag Besuch von Midyat, einst ein Zentrum der syrischen Orthodoxie, wo wir durch das alte christliche Viertel mit seinen charakteristischen Steinhäusern spazieren, in dem sich auch alte Kirchenbauten erhalten haben. Übernachtung in Mardin.
Fahrt von Mardin nach Harran, dem alten Karrhai, wo 53 v. Chr. der Triumvir Marcus Licinius Crassus das römische Heer in eine seiner bekanntesten Niederlagen führte. Er verlor das Leben, das Reich die Feldzeichen, eine Schande sondergleichen. In der Spätantike ist Karrhai ein christliches Zentrum und wird nach der islamischen Eroberung zu einem der wichtigsten Zentren der Gelehrsamkeit. Die dortige Universität gilt als eine der ältesten der islamischen Welt. Wir besuchen das Stadtzentrum und die aufgrund ihrer kleinen Kuppeln ‚Bienenstockhäuser‘ genannten Wohnbauten. Am Nachmittag erreichen wir Şanlıurfa, das alte Edessa, wahrscheinlich seit Hethitischer Zeit ein wichtiges urbanes Zentrum der Region. Als Wohnort Hiobs und Abrahams gilt der Ort in Christentum und Islam als heilig. Hier herrschte Abgar, welchem durch Jesus das Mandylion, ein Handtuch mit seinem Gesichtsabruck, geschickt worden sein soll, welches später eine der Hauptreliquien des Christentums war. Wir besuchen in Şanlıurfa die Halil-Rahman-Moschee und den angrenzenden Teich Abrahams mit seinen Karpfen und im Anschluss das Basarviertel der Stadt. Übernachtung in Şanlıurfa.
Am Vormittag besuchen wir das Archäologische Regionalmuseum von Şanlıurfa, welches die wichtigsten Funde der Ausgrabungen der Region versammelt. Hier sehen wir die berühmte Statue von Balıklıgöl (um 9000 v. Chr.), die Funde aus Göbeklitepe oder auch römische Mosaiken. Im Anschluss Fahrt zu einer der berühmtesten archäologischen Fundstätten der jüngeren Vergangenheit, nach Göbeklitepe. Dort wurden monumentale Steinbauten ausgegraben, die ab dem 10. Jahrtausend v. Chr. errichtet wurden und bei denen es sich um Kultbauten handeln könnte. Die kreisförmig angeordneten Monolithe mit ihrem Reliefdekor sind wunderbar erhalten. Das Ensemble von Göbeklitepe hat im nahen Karahantepe eine Parallele. Auch dort wurden vergleichbare T-Pfeiler aus derselben Periode ausgegraben. Zukünftige Forschungsprojekte werden unseren Kenntnisstand erweitern. Gegenwärtig bleibt durch die Einzigartigkeit der hiesigen Befunde vieles weiter rätselhaft. Fest steht aber, dass durch die Forschungen an den beiden Orten gerade ein neues Kapitel Archäologie-Geschichte geschrieben wird. Am späten Nachmittag Rückfahrt Şanlıurfa.
Der Vormittag steht in Şanlıurfa zur freien Verfügung. Gegen Mittag Transfer zum Flughafen. Rückflug über Istanbul nach Wien (Ankunft ca. 22h).
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Preistabelle

Termine & Preise

17.04. - 24.04.2027 Doppelzimmer pro Person € 2.630,-
23.10. - 30.10.2027 Doppelzimmer pro Person € 2.630,-
Einzelzimmerzuschlag € 590,-

Gut zu Wissen

Flugplan-, Hotel- und Programmänderungen vorbehalten.(F=Frühstück, A=Abendessen)

Teilnehmerzahl: 15 bis max. 20 Personen

Stornobedingungen

Stornovariante A

  • bis 30. Tag vor Reiseantritt 20%
  • ab 29. bis 15. Tag vor Reiseantritt 50%
  • ab 14. bis 4. Tag vor Reiseantritt 85%
  • ab 3. Tag (72 Std.) vor Reiseantritt und bei No-Show (siehe 7.1. lit. d) 100%
 
 
 
 

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